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Jürgen Seeberger über seine neue Aufgabe im Spitzen-Frauenfussball

Jürgen Seeberger, Chef-Trainer AWSL Mannschaft
Jürgen Seeberger, Chef-Trainer AWSL Mannschaft

Die Vorbereitungen für die Rückrunde nach der Winterpause ist bereits im vollen Gange. Sandro Stamm hat die Gelegenheit genutzt um sich mit dem neuen Chef--Trainer der AWSL-Mannschaft über seine neuen Aufgaben zu unterhalten. Hier könnt Ihr eine Zusammenfassung aus dem interessanten Dialog lesen.


Mit der Übernahme einer Frauenmannschaft in der höchsten Liga betritt Jürgen Seeberger bewusst Neuland. Die Kombination aus einer neuen sportlichen Umgebung und der Herausforderung auf höchstem nationalem Niveau war für ihn ein entscheidender Motivationsfaktor. Besonders der sportliche Reiz, den Ligaerhalt zu sichern, steht im Zentrum seiner neuen Aufgabe.

Im Vergleich zu seinen bisherigen Trainerstationen sieht Seeberger nicht nur sportliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung. Als Trainer im Spitzen-Frauenfussball geht es für ihn um klare Positionierung – etwa in infrastrukturellen Fragen. Trainingsbedingungen wie begrenzte Platzverfügbarkeiten zeigen aus seiner Sicht, dass Entwicklung nicht nur auf dem Spielfeld stattfinden muss, sondern auch in den Rahmenbedingungen des Vereins. Seeberger hat lange Jahre erfolgreich im professionellen Bereich gearbeitet und sowohl in der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland (2. Bundesliga) verschiedene Mannschaften mit professioneller Infrastruktur trainiert. Er bringt aber auch breite Erfahrung aus dem semiprofessionellen und Amateurbereich ein und kann daher auch mit den verfügbaren Möglichkeiten arbeiten.

Unterschiede zwischen dem Training von Männer- und Frauenmannschaften sieht Seeberger weniger pauschal, sondern individuell. Für ihn gilt: Jeder Athlet:in und jedes Team steht für sich.

Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass auch er Lernfelder hat. Im Frauenfussball sieht er insbesondere in der Teamführung, im zyklusbasierten Training sowie in der Prävention von Kreuzbandverletzungen weiteren Entwicklungsbedarf. Wichtig ist ihm dabei, bestehende Strukturen und Erfahrungen im Team ernst zu nehmen. Ein offener Austausch auf Augenhöhe bildet dafür die Grundlage.

Seine Spielphilosophie beschreibt Seeberger als intensiv, zielstrebig sowie taktisch flexibel und anpassungsfähig. Trainingsinhalte werden grundsätzlich auf die individuellen Voraussetzungen der Spielerinnen abgestimmt. Belastungssteuerung und Verletzungsprävention erfolgen dabei nicht isoliert, sondern im engen Zusammenspiel mit einem kompetenten Umfeld. Mit Alisha Friedli, Hugo Chabin und Freddy Reichmann verfügt das Team über wertvolle fachliche Unterstützung.

Moderne Hilfsmittel spielen ebenfalls eine Rolle: Datenanalyse dient der Objektivierung des Spielgeschehens, während die Videoarbeit – unterstützt durch Costa Vettas – ein wichtiger Bestandteil der täglichen Trainings- und Spielvorbereitung ist.

Zentral für den Teamerfolg sind für Seeberger Vertrauen, Wertschätzung und mentale Stärke. Diese Faktoren betrachtet er als grundlegend, um sich gegenseitig stärker zu machen. Ebenso wichtig ist der sensible Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten der Spielerinnen, etwa in Bezug auf Studium, Familie oder Karriereplanung. Regelmässige Gespräche und ein guter Informationsfluss sind dabei entscheidend – Informationen sind für ihn eine wertvolle „Währung“.

Respekt im Trainer-Spielerinnen-Verhältnis bedeutet für Seeberger vor allem Begegnung auf Augenhöhe und eine individuelle, differenzierte Betrachtung von Ereignissen auf und neben dem Platz.

Mit Blick in die Zukunft sieht er die Liga insgesamt in einer rasanten Entwicklung. Professionalität gewinnt zunehmend an Bedeutung – insbesondere in Bezug auf Trainings- und Arbeitszeiten, Platzbelegung und die Möglichkeit, bei Tageslicht zu trainieren. Vereine, die hier nicht Schritt halten, riskieren, sportlich zurückzufallen.

Erfolg misst Seeberger nicht ausschliesslich an Ergebnissen, auch wenn diese für den Ligaerhalt zwingend notwendig sind. Eine positive sportliche und strukturelle Entwicklung ist aus seiner Sicht der Schlüssel, um diese Resultate überhaupt erreichen zu können.

Persönlich betrachtet er die neue Aufgabe als weiteren wichtigen Lernschritt: Jeder Tag, an dem er mit einem Team arbeitet, bringt ihn sowohl als Mensch als auch als Trainer weiter.



 
 
 

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