Yverdon Sport Women - FC Aarau Frauen
13.09.2026
Kickoff: 14:30 Uhr
Stade Municipal, Yverdon
Die Red Boots Aarau - FC Aarau Frauen treffen im sechsten Spiel der AXA Women's Super League auswärts auf die Frauen aus Yverdon. Das Spiel kann als AWSL-Play/SRG-Liveübertragung (Livestream) verfolgt werden.

Berichte, Highlights und Bilder
Matchbericht

Wieder nichts: Ein entfesselter Aufsteiger macht mit den Red Boots innert zehn Minuten kurzen Prozess
Nach dem Unentschieden gegen St. Gallen war der erste Saisonsieg der Aarauerinnen das erklärte Ziel. Doch Yverdon zeigte sich in der Schlussphase gnadenlos und schickt die Red Boots gleich mit 1:4 wieder nach Hause.
Bericht AZ: Angelo Kunz
Bilder
Fotos Vivienne Dörfler:
Fotos Manuel Gartmann:
AWSL Play
73 Minuten waren gespielt, als Yverdons Zia Girardin mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. Beide Teams nutzten die Behandlungspause beim Stand von 1:1 für eine Trinkpause und eine letzte Besprechung. Red-Boots-Trainer Edi Barrera schwor seine Spielerinnen nochmals ein: «Vollgas geben!», schallte es bis zu der Pressetribüne hinauf, die Marschrichtung war gegeben. 20 Minuten später hatten sich die Ereignisse überschlagen und ratlose Aarauerinnen auf dem Spielfeld hinterlassen.

Doch von Anfang an: Die Red Boots waren mit einem klaren Ziel an den Neuenburgersee gereist, nämlich gegen den Aufsteiger den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen. Nach drei Niederlagen in Folge war das Unentschieden gegen St. Gallen am vergangenen Mittwoch ein Schritt in die richtige Richtung, der Mut machte.
Entsprechend motiviert starteten die Red Boots auch in die Partie. Konsequente Zweikämpfe, eine abgeklärte Defensive und aggressives Pressing sorgten dafür, dass Aarau das Spieldiktat sofort an sich riss und nach vorne gefährliche Nadelstiche setzen konnte. Dabei konnte Giulia Bison die beste Chance der Startviertelstunde verzeichnen: Ihr Volley streifte in der 11. Minute die Querlatte.
Doch auch die Hausherrinnen standen den Red Boots in Sachen Intensität und Mut in nichts nach und wurden allmählich stärker. So kam es, dass die Aarauerinnen eine erste Druckphase über sich ergehen lassen mussten, mit einem Distanzschuss über die Latte von Andrea Sierra als gefährlichste Aktion gegen das Tor von Jara Ackermann. Aarau gelang schliesslich die Lösung aus der Umklammerung und so gestaltete sich die Partie auf absoluter Augenhöhe.
Zwei Abwehrfehler sorgen für den Pausenstand
Das änderte sich in der 40. Minute: Den Aarauerinnen unterlief ein Fehlpass im Spielaufbau, welcher direkt bei Léane Fontaine landete. Diese spielte direkt weiter zur brandgefährlichen Stürmerin Ines Khiri, welche für einmal genug Platz hatte, nicht lange fackelte und zur 1:0-Führung für den Aufsteiger einnetzte. Bitter, da der Führungstreffer mit etwas mehr Glück gut auch auf der anderen Seite hätte fallen können.
Vor der Pause waren die Red Boots um eine schnelle Antwort bemüht, allen voran Vanesa Hoti. Durch ihren Antrieb gelang es Aarau, sich nochmals in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Ein ungenügend geklärter Freistoss fand seinen Weg zu Hoti, welche einfach abzog. Der Ball flog recht gemächlich auf Yverdon-Torhüterin Gilliane Roch zu, welche wohl mit den Gedanken bereits in der Pause war. Anders lässt sich nicht erklären, dass sie komplett am Ball vorbeigriff und so den Ausgleich ermöglichte. Der 1:1-Pausenstand kam zwar glücklich zustande, entsprach allerdings dem bisherigen Spielverlauf.

Generell lieferten sich die beiden Teams einen ausgeglichenen Kampf mit intensiven Zweikämpfen und guten Chancen auf beiden Seiten. Nach der Trinkpause in der besagten 73. Minute entlud sich die bis dahin aufgebaute Spannung: In der 76. Minute wurde Hoti für ein Foul verwarnt und lieferte sich anschliessend mit drei Gegnerinnen hitzige Wortgefechte. Kurz darauf wurde sie für Julie Werder ausgewechselt.
Yverdon-Trainer Arnaud Vialatte bewies das glücklichere Händchen
Ohne Hoti fehlte nun der Dreh- und Angelpunkt der Aarauer Offensivbemühungen und Yverdon wurde in der zweiten Halbzeit immer stärker. Zunächst vergab die eingewechselte Maeva Sogan in der 81. Minute eine Grosschance leichtfertig. In der 86. Minute konnte Maëlle Savoie auf Ackermann losziehen. Celia Hofer brachte zwar noch ein Bein dazwischen, doch gegen den anschliessenden Schuss der zuvor ebenfalls eingewechselten Denisa Hasanaj konnte auch sie nichts mehr ausrichten: Unter grossem Jubel ging Yverdon doch noch verdient in Führung.

Die Red Boots spielten erneut schnell nach vorne, doch diesmal hielt Yverdon stand. In der Nachspielzeit hatte die schnelle und stämmige Sogan schliesslich leichtes Spiel gegen eine weit aufgerückte Red-Boots-Defensive und schn ürte einen Doppelpack.
Der 4:1-Endstand entsprach zwar nicht mehr den 85 vorherigen Minuten, allerdings ist er in dieser Form umso ernüchternder. Kurz nach Schlusspfiff verschwand Edi Barrera in der Garderobe, einige Minuten später folgte ihm der Rest der Mannschaft. Die Red Boots haben nun vor dem bevorstehenden Heimspiel gegen die Vizemeisterinnen aus Bern ein grosses Stück Arbeit vor sich.

